DingforscherInnen-Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe

8. + 13. Juli 2016

Dinge der Woche

Dinge der Woche

Ein halbes Schuljahr lang haben sich 11 Dingforscherinnen und Dingforscher des Jahrgangs 5 im Museum für Kunst und Gewerbe getroffen und gemeinsam Dinge erforscht. Das ist gar nicht so einfach, denn wir haben zwar alle jeden Tag irgendwelche Dinge im Kopf oder in der Hand, aber selten denken wir darüber nach, was Dinge sind oder was sie bedeuten.

Die DingforscherInnen haben sich mit Dingen aus ihrem Alltag und mit Dingen aus dem Museum beschäftigt.

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Fast alle DingforscherInnen verfolgen ein Hobby. Dabei spielen Dinge eine herausragende Rolle. Ob es die Quer- oder Altflöte ist, mit denen sie sich auseinandersetzen, Bügelperlen oder aber die Loom-Bänder – es gibt Dinge, zu denen wir eine intensive oder leidenschaftliche Beziehung haben. Was das Besondere an diesen Dingen ist, was man mit ihnen so machen kann, wurde gemeinsam herausgearbeitet und vorgeführt.

Es gab auch ganz besondere Entdeckungen, wie zum Beispiel ein alter Topf, gefunden in einem ehemaligen Moor. Wenn man ihn so vor sich stehen sieht mit seinen rostigen Flecken und seinem verblichenen Dekor, regt das die Fantasie an und man mag sich fragen, wem wohl dieser Topf gehörte, wie viele Gerichte in ihm schon gekocht worden sind und auch wie er überhaupt im Moor gelandet ist.

Mit verschiedenen Verfahren haben sich die Dingforscher_innen den Dingen angenähert.

Zum Beispiel Aufräumen.

Beim Aufräumen wird deutlich, welche Dinge einen festen Platz haben und welche nicht. Die Spielsachen kommen in die Spielzeugkiste, die Schuhe ins Schuhregal, die Töpfe in den Küchenschrank. Einige Dinge haben keinen festen Platz. Oft deshalb, da sie ständig mit Menschen in Bewegung sind – wie das Mobiltelefon. Oder aber, weil sie oft verschoben werden wie Stühle. Das Aufräumen zuhause haben die DingforscherInnen zuhause mit Fotos dokumentiert.

Der besondere Forschungsort – das Museum für Kunst und Gewerbe am Hamburger Hauptbahnhof – hat die DingforscherInnen sehr inspiriert. Hier haben die Dinge ihren Ort, die für uns alle einen besondere Bedeutung haben, da sie sehr wertvoll sind und Geschichten erzählen können. Im Museum spazieren zu gehen, hat den DingforscherInnen auf ihrer Suche nach einem besonderen Ding sehr gefallen. Als sie sich ein Ding, welches sie besonders angesprochen hat, ausgewählt haben, haben sie bei sich zuhause nach einem „besten Freund“ des Dings gesucht. Welche Dinge bringen wir miteinander in Verbindung? Welche Assoziationen, Erinnerungen, etc. entstehen dabei?

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Die Forschungsergebnisse haben die SchülerInnen in einer Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe ihren MitschülerInnen gezeigt. Über 120 Kinder haben die Ausstellung besucht. Ein kurzer Einführungsfilm hat ihnen gezeigt, wie die DingforscherInnen vorgegangen sind und was man in der Ausstellung sehen kann. Ein kurzer Vortrag aller vertiefte auch persönliche Gründe der Dingforschung.

Im Ausstellungsraum des Forschungslabors gab es, neben einem Vitrinenwald mit Hobbydingen, einen Flohmarkt, ausgestellte Dokumentationsfotos vom Aufräumen, ein Aufräumspiel, sowie eine Art Memory-Spiel in dem Ausstellungsteil der „Besten Freunde“.

Das Forschungsprojekt „Mobile Welten: Migration der Dinge in transkulturellen Gesellschaften“ wird im Schuljahr 2016/2017 fortgeführt. Wir sind gespannt auf die nächsten Forschungsergebnisse und Ausstellungen. Vielleicht ja auch dann in unserer Schule.

Ulrich Schötker

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