Hilfe – mein Kind ist weg!

In der Ankunftshalle

 

Verlorensein in der Menschenmenge, Ungeduld angesichts langwieriger bürokratischer Vorgänge, Befragungen, Anweisungen und Verbote, auch Verzweiflung und Aggressivität – all dies noch verschlimmert durch sprachliche und kulturell bedingte Verständnisprobleme: Das ist die Realität für Flüchtlinge in ihrer ersten Anlaufstelle zur Registrierung in Deutschland.

 

Solcherlei Erfahrungen durften am 10.5.16 alle Schülerinnen und Schüler des 11.Jahrgangs der EKS in einer Simulationsübung machen. Diese diente der Erprobung und Überprüfung der Abläufe in der neu eingerichteten zentralen Ankunftstelle im Bargkoppelweg: Empfangskomitee, Verwaltung, ärztlicher Dienst und Wachpersonal wurden mit überraschenden Not- und Konfliktsituationen konfrontiert und konnten so spielerisch den Ernstfall proben, der schon in zwei Tagen gelingen soll.

 

Den Schülern als Flüchtlings-Darstellern machten ihre Rollenspiele durchweg Spaß, jedoch erfuhren sie auch am eigenen Leibe, wie sehr das Warten und Nichtverstehen, die Ungewissheit, der Lärm und das Gedränge in der Wartehallen-Atmosphäre an den eigenen Nerven zerrt, trotz Versorgung mit Snacks und Getränken und meist freundlicher Zuwendung seitens des Personals.

 

Vieles in der Halle war noch nicht fertig, manche Mitarbeiter waren noch nicht umfassend geschult, einige Abläufe noch nicht optimal geplant – viele Einzelheiten konnten anhand des dreistündigen Probelaufs mit knapp 200 Komparsen festgestellt und für die Zukunft hoffentlich optimiert werden. Neben dem praktischen Nutzen hatte der Vormittag aber einen ebenfalls wichtigen Effekt: Allen Beteiligten ist durch dieses Experiment das Schicksal der Flüchtlinge ein Stück nähergerückt.

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