Refugees welcome?

 

 

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In einer gemeinsamen Aufführung der Theater- und Musikkurse präsentierten Schülerinnen und Schüler aus dem 2.Semester der Studienstufe eine eindrucksvolle Szenen- und Liederfolge zum brisanten Thema „Flucht“: Wie sieht es aus mit der Willkommenskultur in unserem Land? Verhalten wir uns den Geflüchteten gegenüber immer sinnvoll? In was für einem Land wollen wir eigentlich leben?

 

In beiden Kursen hatten sich die Schülerinnen und Schüler mit Erfahrungen von Geflüchteten in ihren Heimatländern, während ihrer Flucht und in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt und eigene Ideen entwickelt, wie sie auf diese Situationen eingehen könnten. Der Theaterkurs besuchte auch eine Aufführung von Elfriede Jelineks Stück „Die Schutzbefohlenen“ und ließ sich von Teilen dieses sehr anspruchsvollen Textes zu eigenen Ausarbeitungen inspirieren. Schüler schrieben Szenen, suchten weitere Text- und Musikvorlagen, diskutierten Gestaltungsmöglichkeiten und nutzten historische Assoziationen.

 

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Im Forum der EKS erlebten die Zuschauer ergreifende, zum Teil beklemmende Momente:
Solistische Gesangsdarbietungen und Instrumentalmusik, Elemente des Schattenspiels und stimmungsvolle Projektionen, lustige und bedrohliche Spielszenen fügten sich zu einer bunten Collage. Die fachübergreifende Arbeit in beiden Kursen wurde in dieser Aufführung besonders besonders deutlich: Auch Musikschüler sprachen Texte, auch Theaterschüler sangen!

Thematisiert wurden u.a. die Gefahren des Fluchtwegs, die Ungleichbehandlung von Menschen und Einschränkung allgemeiner Rechte, die Rolle von Vorurteilen, herablassender Fürsorge und starrer Paragraphen und die Hilflosigkeit von Fremden gegenüber den „Bescheidwissern“, aber auch der Verlust und die Sehnsucht nach dem, was man zurücklassen musste.

 

 

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Sehr authentisch wirkte der vielsprachig vorgetragene Satz „Die Menschen sagen, es gibt zu viele Flüchtlinge; aber wir sagen, es gibt zu wenig Menschen“ – zeigte diese Szene doch, wie bunt gemischt die Schülerschaft unserer Schule ist! Es ist den Mitwirkenden dieser Aufführung überzeugend gelungen, eine aktuelle gesellschaftliche Aufgabe als persönlich begründetes Anliegen vorzutragen und damit die Zuschauer in die notwendige Debatte über unsere Haltung gegenüber Flucht und Vertreibung einzubeziehen.

Ihr eigenes Engagement bewiesen die Teilnehmer der beiden Kurse dadurch, dass sie am Ende des Abends über 200 Euro einsammelten, um mit diesem Geld die Arbeit des in der Schule gegründeten „Vereins zur Förderung einer interkulturellen Begegnungs- und Erinnerungsstätte“ auf dem Gelände des ehemaligen NS-Versorgungsheims Farmsen an der August Krogmann Straße zu unterstützen.

 

Ein großer Dank geht auch an die beiden Kursleiterinnen Corinna Fröhlich (Musik) und Daniela Blasig (Theater) dafür, dass sie den Schülern so individuelle Zugänge zu diesem Thema ermöglicht haben.

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