So war es in Nicaragua 2018

Abschlussbericht der Nicaraguareisenden

So viel sei schon verraten: Die diesjährige Nicaraguagruppe ist am Karfreitag vollständig nach Hamburg zurückgekehrt. Mit einem weinenden Auge verließen wir León und mit einem lachenden Auge umarmten wir unsere Familien und Freunde.Nica 2018 18

Hinter uns liegt eine abwechslungsreiche Zeit mit vielfältigen Eindrücken und Erlebnissen.

Nachdem wir am zweiten Wochenende der Reise in sengender Sonne und wehendem Vulkanstaub den Cerro Negro bestiegen hatten, ging die Arbeit auf der Gesundheitsstation „Las Mulas“  in der zweiten Woche so richtig los. Nica 2018 12Möglichst viele der 632 Lochsteine der Außenwände sollten mit Zement gegen unerwünschte Eindringlinge mit sechs, vier oder keinen Beinen abgedichtet werden. Dies war eine mühevolle Handarbeit. Persönliche Bekanntschaften mit nistenden Tauben, stechenden Wespen und großen Spinnen führten uns aber die Notwendigkeit dieser Maßnahme vor Augen.

Eine Gruppe von vier Schülern brachte unter Anleitung des nicaraguanischen Elektroingenieurs Benito Rodriguez die Beleuchtung des Gebäudes wieder auf Vordermann. Dazu mussten Leuchtstoffröhren und/oder Starter getauscht sowie Sicherungen und Leitungen überprüft werden. In einem Fall suchte die Gruppe ganze zwei Tage nach dem Problem, zerlegte die gesamte Lampe in ihre Einzelteile und baute sie wieder zusammen, maß die Spannung – und lernte anschaulicher als in jedem Physikunterricht.

Handwerkliches Geschick, Genauigkeit – und Hitzebeständigkeit – bewiesen die Nica 2018 13Schüler, die auf dem Wellblechdach die Tragestruktur für die künftigen Solarpaneele zusammenbauten.

Sie maßen, sägten, bohrten und schraubten so konzentriert, dass das Gerüst schnell fertig wurde.

Die technischen Vorbereitungen sind damit abgeschlossen, so dass die nächste Nicaraguagruppe in einem Jahr die Solarpaneele aufbauen und den Medizinkühlschrank „Solarmedicus“ installieren kann.

Die Bewohner der Nachbarschaft kamen uns immer wieder besuchen und kochten auch einmal für uns. Sie freuen sich, dass sich die Situation in ihrer Gesundheitsstation verbessert und sind motiviert, uns tatkräftig zu unterstützen. Daher hoffen wir, dass es bereits im nächsten Jahr neue Toiletten gibt und auch die restlichen Lochsteine verschlossen sein werden.

Als an unserem letzten Arbeitstag eine Großmutter mit ihrem etwa anderthalbjährigen Enkel in die Gesundheitsstation kam, wurde uns sehr bewusst, wie wichtig die Verbesserung der Zustände in der Gesundheitsstaion ist: Der Kleine erbrach sich immer wieder und war schon sehr schwach. Hier konnte ihm jedoch nicht geholfen werden. Damit die Frau mit ihm nicht ewig in der Hitze auf den seltenen Bus warten musste, fuhr Herr Klamt die beiden ins Krankenhaus im 12 Kilometer entfernten León. Für den Jungen war es höchste Zeit!

An den Nachmittagen lernten wir spannende Projekte kennen: Wir besuchten das Anti-Drogen-Projekt „Chavaladas“, dass sich aus Hamburger Spendengeldern finanziert. Einige spielten mit den Jungen Fußball und einige begleiteten die Sozialarbeiter bei ihrer Arbeit auf dem großen Markt.

Wir besuchten auch den Leoner Schlachthof. Bis vor vier Jahren wurden das Abwasser und alle Abfälle einfach in den angrenzenden Fluss geleitet. Heute wird das Wasser gereinigt und mit dem organischen Abfall eine Biogasanlage betrieben, Kompost hergestellt und ökologisches Gemüse angebaut.

Im Geothermal-Kraftwerk San Jacinto informierten wir uns über eine alternative Energiequelle, die es in Deutschland kaum gibt: Das Grundwasser wird durch die Vulkane auf mehrere hundert Grad erhitzt und der Dampf treibt zwei große Turbinen an. Das war sehr beeindruckend – und roch unausstehlich nach Schwefel.

Nica 2018 21Von Samstag bis Mittwoch hatten die Schüler dann endlich auch ein bisschen Ferien. Sie bestiegen den aktiven Vulkan Telica, ritten auf Pferden zu einer Lagune und zelteten ein paar Nächte am Pazifikstrand. Diese Erholung war nach den zwei arbeits- und lehrreichen Wochen wirklich verdient!

Zurück in Deutschland werden die Schüler ihre Erlebnisse in einen Film umsetzen und außerdem den nächsten Sponsored Walk (am 23. Mai) organisieren. Das Nicaraguaprojekt geht also auch nach der Reise weiter – denn nach der Reise ist vor der Reise!

 

 

 

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