Theaterworkshop mit dem Theaterkollektiv „Skart“

Zum zweiten und nicht zum letzten Mal war das Theaterkollektiv „Skart“ (Philipp Karau / Mark Schröppel, www.skartskart.com) in unserer Schule.

Philipp und Mark sind bekannt für eine ungewöhnliche Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, um Theater zu machen, welches nicht gleich „Kindertheater“ im bekannten Sinne ist.

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Zum einen nehmen sie sich Zeit, mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam Stücke zu erarbeiten, statt ihnen etwas vorzusetzen. Sie sagen selbst, dass sie diese Herangehensweise nicht so gerne mögen. Zu oft riecht es danach, dass Erwachsene schon wissen, was für die Kinder gut ist. Dabei ist es viel interessanter zu erfahren, was die Kinder und Jugendlichen eigentlich selbst wollen, mögen, fürchten, schätzen oder was sie zum Lachen bringt. Daher haben sie im ersten Workshop zunächst mit den beteiligten Gruppen (5d, 8a, 9f, Oberstufenprofil S1 Kunst/Geschichte) stundenlange Gespräche geführt und dabei ihre Arbeit vorgestellt. Hier einen Dank an alle SchülerInnen für ihre Geduld! So lange quatschen ist zwar nicht jedermanns Sache, aber wer durchhielt, war überrascht über den zweiten Workshop.

Zum anderen nämlich scheuen sich Marc und Philipp nicht, sich auf die vielen verrückten, abwegigen und schrägen Ideen der SchülerInnen einzulassen. Wahrscheinlich bringen sie als Künstler genügend Verrücktheit mit? So holten sie selbst viele Dinge hervor, mit denen sich dramatisch arbeiten ließ: einen riesigen, aufgeblasenen Elefanten, Wrestling-Masken, Kleider, Perücken und Kostüme. Die SchülerInnen hatten viel Spaß daran, sich zu verkleiden und erste Rollen zu erproben.

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Ein Thema gaben sie allerdings vor: Schlaraffenland. Dazu erarbeiteten die SchülerInnen erste Ideen. Im Schlaraffenland – dort wo in den Flüssen Honig fließt und gebratene Hähnchen vom Himmel fallen (die pure Lust des derzeitigen Konsumenten) – wurde gekapert, Diktaturen eingeführt, das Land zerrissen, Solidarität hintergangen, gesiegt und verloren. Das Schlaraffenland wird, wenn man es zum Thema macht, schnell zum Schlachtfeld verschiedener Begehren. Und wie es die Bhuddisten wissen: Begehren ist Leiden.

„Skart“ ist nicht umsonst gekommen. Die Workshops mit den Klassen sollten zum einen die SchülerInnen einführen in zeitgenössische Theaterarbeit. Zum anderen ist das Kollektiv aber auf der Suche nach einer Gruppe von SchülerInnen verschiedenen Alters unserer Schule, die Lust darauf haben, ein Theaterstück gemeinsam zu erarbeiten. Schon jetzt steht der Premierentermin fest: 27. Mai, Kampnagel.

Diese Arbeitsweise haben Philipp und Mark schon einmal zum Erfolg geführt: In diesem     Jahr haben sie mit SchülerInnen der Neuen Schule Rahlstedt das Stück „Lucky Strike“ (eine Hans-im-Glück-Adaption) auf Kampnagel erarbeitet und mehrfach aufgeführt.

Eingeladen sind alle SchülerInnen am Kongress teilzunehmen, den Philipp und Mark zusammen mit Kampnagel vom 20.11. bis 22.11. ausrichten werden. Hier wird es unter anderem darum gehen, ein Theatermanifest zu erarbeiten. Damit die Welt endlich versteht, wie (Kinder-)Theater richtig geht.

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