Schulzoo

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Der Schulzoo im Prisma ist ein besonderer Lernraum, der sich zum Einen an den konzeptionellen Grundlagen der tiergestützten Pädagogik orientiert. Zum Anderen bietet er eine vorbereitete Umgebung, in der sich die Kinder mit besonders hierfür entwickelten Arbeitskarten, selbstständig lesend und handelnd an den notwendigen Arbeiten von „Käfige reinigen“ über „Tiere füttern“ bis „Regale und Materialien putzen“ beteiligen können.

Neben den pflegerischen Tätigkeiten können die Kinder Tiere beobachten, zwischen den Käfigen malen und arbeiten oder über die Tiere forschen.

Ein besonders gestalteter Abwaschplatz als strukturierte „Übung des praktischen Lebens“ bereichert diese ganzheitlichen, viele Sinne ansprechenden Tätigkeiten.

In dem Schulzoo des Prismas gibt es Meerschweinchen, Degus, Kaninchen und Wüstenrennmäuse.

An allen Käfigen hängen Steckbriefe zu den Tieren mit ihren Namen und Daten, so dass die Kinder auch hier selbständig schauen können, welche Tiere ihre Gegenüber sind.

Mitarbeit in den Pausen_jiZoo_4

Tiergestützte Pädagogik

Tiere sind Lebewesen, die anders aussehen, kommunizieren und sich anders verhalten als Menschen. Obwohl Tiere anders sind, haben sie ebenso Gefühle und Bedürfnisse wie Menschen. Der Schulzoo im Prisma bietet den Kindern, neben dem formellen Lernen über die Tiere, eine Fülle an ethischen, sozialen und persönlichen Erfahrungen, die sie in dieser Form im Schulalltag nicht anders machen können.

Während zu Beginn der Schulzeit (also im Alter von 5 bis 6 Jahren) noch so gut wie ausschließlich die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes im Vordergrund stehen, entwickelt sich zum Ende der Grundschulzeit (im Alter von 9 bis 10 Jahren) mehr und mehr das Bewusstsein und Einfühlungsvermögen für die Befindlichkeiten und Bedürfnisse des Gegenübers.

Degus_jiWenn die Kinder der Vorschulklassen und der 1. Klassen noch daran interessiert sind, die Tiere zu streicheln und auf den Arm zu nehmen, sehen die Kinder der 4. Klassen zuerst nach dem Futter und Wasser der Tiere. Die älteren Kinder sind daher leichter zur Reinigung und Fütterung der Tiere zu motivieren. Sie können ihren Wunsch nach Körperkontakt zu den Tieren zugunsten der Bedürfnisse der Tiere zurückstellen.

Die Interaktion mit den Tieren fördert die Kinder unter anderem in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung sowie die Entwicklung ihres ethisch-moralischen Verständnisses. Der Umgang mit Tieren wirft Fragen auf nach dem Wert von dem Recht auf Leben und Würde. Wer entscheidet über Leben und Tod, Freiheit und Selbstbestimmung? Darüber hinaus können die Kinder eigene Stärken erfahren, Grenzen erleben und auch überschreiten, ein Gefühl für Verantwortung und Fürsorge entwickeln.

Kaninels_jiDie Tiere geben den Kindern das Gefühl wichtig zu sein und gebraucht zu werden. Die Kinder erleben eine vorurteilsfreie körperliche Nähe. Tiere spiegeln das Verhalten der Kinder wider, ohne ihre Person zu bewerten.

Tiere bieten sich als Projektionsfläche für Wünsche und Bedürfnisse der Kinder an, z.B. als Geheimnisverwahrer, geduldige Zuhörer und treue Freunde.

Um diese Ziele erreichen zu können, bedarf es immer einer kompetenten, pädagogischen Begleitung, da die Kinder in dieser wichtigen Entwicklungsphase unterstützt werden müssen. Die Pädagoginnen fungieren unter anderem auch als Rollenmodell. Die Kinder können an den Pädagoginnen beispielhaft sehen, wie ein respektvoller Umgang mit Lebewesen, die sich nicht artikulieren oder selbstständig versorgen können, aussieht. Ziel der pädagogischen Begleitung ist es, die Interaktion nach den Bedürfnissen der Tiere und der Kinder zu strukturieren.

Vor allem in Bezug auf die Inklusionsarbeit an unserer Schule bietet der Schulzoo den Kindern ein vielfältiges Experimentierfeld in Bezug auf soziales und ethisches Verhalten. Weil die Kinder noch viel experimentieren, ist es sehr wichtig, sie pädagogisch zu begleiten, damit Kind und Tier gefahrlos und ohne Stress voneinander profitieren können.

 

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