Sponsored Walk 2012

Ein in diesem Sommer seltenes Phänomen: In Hamburg schien eine Woche lang fast ununterbrochen die Sonne. 2 Hochs teilten sich dieses Geschenk an Schüler und Lehrer. Unterbrochen wurden die beiden Hochdruckgebiete nur von einem schmalen Wolkenband mit Regen, das am Do., 16.6. morgens über Hamburg hinweg ziehen sollte. Das wurde seit einer Woche in den Vorhersagen prognostiziert. Landwirtschaft und Hobbygärtner freuten sich, die Organisatoren des Sponsored Walks hofften auf ein Einsehen des Wettergottes, der uns wenigstens zwischen 11 und 13 Uhr mit seinen Regengüssen verschonen sollte.

Er tat es auch. Pünktlich eine halbe Stunde vor Beginn des Sponsored Walks fielen die letzten Tropfen, die Sonne stahl sich an den Himmel und die Temperaturen stiegen leicht an. Nicht zu kalt, um zu frieren und nicht zu warm, um über das Chillen auf dem grünen Rasen das Laufen zu vergessen. Letztlich waren es ideale Bedingungen: Gut zum Laufen, zu feucht, um sich gemütlich auf den Boden zu setzen.

Wir üblich waren die 5. bis 10. Klassen die sportlich aktivsten und erliefen eine beträchtliche Summe: Bis zum 6. November gingen 5050,91 € ein von 27 Klassen und zahlreichen Einzelläufern. Sogar Lehrer beteiligten sich wie auch in den Jahren zuvor und wurden sogar von ihren Klassen gesponsored.

Dieses Geld steht unserer Partnerschule und unserem nächsten solaren Projekt im März 2013 zur Verfügung. 10 SchülerInnen der gymnasialen Vorstufe werden im Landkreis El Tololar zusammen mit Einheimischen eine ländliche Gesundheitsstation elektrifizieren.

Wie muss man sich das vorstellen?

In Entwicklungsländern sind Krankenhäuser und Ärzte vorwiegend in den Städten zu finden, in den ländlichen Bereichen eröffnet aufgrund der niedrigen Bevölkerungsdichte und der knappen Gelder kein Arzt seine Praxis. Eine Errungenschaft der nicaraguanischen Revolution in den 80er Jahren war die Einrichtung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung mit Gesundheitsstationen auf dem Land. Meisteins ist dies ein Gebäude mit mehreren spärlich eingerichteten Räumen, in denen ein Arzt, mehrere Krankenschwestern und eine Reinigungskraft arbeiten. Die Ausrüstung ist äußerst knapp, im Fall der Station in El Tololar stehen für die Versorgung von 4000 Menschen 4 Scheren, wenige Pinzetten, ein Holzbett, ein Stethoskop und eine knapp eingerichtete Apotheke zur Verfügung.

Es verwunderte uns daher auch nicht, als wir im Zusammenhang mit unserem Engagement auf dem Modellbauernhof im selben Landkreis gefragt wurden, ob wir nicht die Gesundheitsstation besser ausrüsten könnten.

Das versuchen wir mit unserem Projekt 2013:

dem Aufbau einer solaren Energieversorgung zum Betreiben von Geräten zur Wasserreinigung, Medikamentenkühlung und Klimatisierung, Sterilisation und Zerstäubung von wässrigen Lösungen sowie der Sicherstellung einer elektrischen Beleuchtung in den Abendstunden oder für medizinische Arbeiten und eine Kühlung der heißen Räume mithilfe von Ventilatoren. Darüber hinaus wollen wir auch Hilfe bei der Beschaffung medizinischer Geräte und Behandlungseinrichtungen leisten: Stethoskope, Blutzuckermessgeräte, Ophtalmoskope, Otoskope, Autoclaven, Gebärstühle, zahnärztliche Behandlungsstühle, eine Ausrüstung für die Reanimation bei Säuglingen sowie medizinisches Verbrauchsmaterial konnten wir von Pflegediensten und dem Arbeiter Samariter Bund (ASB) besorgen.

Im März 2013 reisen wir für drei Wochen mit 10 SchülerInnen und zwei Lehrern nach León und bringen 8 Solarpanele auf dem Dach an, im Gebäude installieren wir einen Reglerschrank mit Batterie, Wechselrichter und Ladekontroller und schließen dazu mehrere Lampen und Ventilatoren an.

Die Finanzierung erfolgt mithilfe von Stiftungen und Verbänden sowie aus dem Erlös des Sponsored Walks sowie des Kartuschenrecyclings. Wir sind daher dankbar für jede gebrauchte Druckerpatrone, die in die blauen Tonnen vor Zimmer 127 im ersten Stock des Hauptgebäudes gelegt werden kann.