INTERKULTUR! – Workshop mit der Frl. Wunder AG

Am Donnerstag, den 15. Mai fand von 13 bis 17 Uhr der Workshop mit der Frl. Wunder AG an unserer Schule statt. Eine Gruppe von KollegInnen und SchülerInnen haben im Anschluss an das Theaterstück „Auf den Spuren von…“ (im März im Fundustheater) mit dem Theaterkollektiv einen sehr fruchtbaren und interessanten Workshop veranstaltet, der mehr bot, als man zunächst annehmen konnte.

Alle waren aufgefordert, zum Workshop ein Foto ihres entferntesten Verwandten und ein Foto des ältesten Verwandten mitzubringen sowie einen Gegenstand, den man mit der eigenen Familie in Verbindung bringen kann.

IMG_6897Die angekündigte Spurensuche zur Migrationsgeschichte der eigenen Familie nahm im Workshop jedoch einen völlig anderen Verlauf als den, übliche Ahnengeschichte zu betreiben. Irritierenderweise wurde man aufgefordert, sich nicht die Fotos der eigenen Familiengeschichte vorzuknöpfen, sondern sich ein Foto auszusuchen, welches einen am meisten anspricht. Des weiteren baten Malte und Verena der Frl. Wunder AG die TeilnehmerInnen dann, eine Kurzbiografie eigener Verwandter zu schreiben.

Das Vortragen der Biografien – durchaus persönlich und mit eigenen, durch die Vergangenheit getrübten Vorstellungen von der verwandten Person – wurde dann mit „fremden“ Fotos anderer Personen illustriert. Zu unserer eigenen Verwunderung kamen wir über diese klugen Schritte in Gespräche über Vergangenheit, Darstellung von Personen und Fragen der Verwandtschaft, die für den weiteren Verlauf des Workshops sehr inspirierend waren. Wir lösten uns von intimen, nur unserer Familie zuzuordnenden Fragen und öffneten den Prozess, um zu Darstellungsformen – in Bildern, Gesten, Liedern, Witzen und Erzählungen – zu kommen, aus denen wir plötzlich Szenen entwickeln konnten.

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An der Wand wuchs eine zum Teil fiktive, aber immer auch mit realen Fakten durchzogene Info-Wand mit biografischen Hinweisen zu fremden Wohnorten, schönen Dingen, die Heimat und Familie ausmachen, historischen Fotos und Kulturgütern, die sich in Form von Gedichten und Liedern abzeichneten.

Zeitgleich wurden wir zu performativen Handlungen aufgefordert, um herauszubekommen, was man mit Äpfeln, Zwiebeln, Mehl, Boxhandschuhen oder Seilen alles machen kann. In der Abschlussrunde wurden diese verschiedenen Darstellungsweisen – Bilder, Handlungen, Gesänge und Texte – gemeinsam vorgetragen und man bekam eine Ahnung davon, wie schön und erkenntnisreich die weiteren angekündigten Workshops mit der Frl. Wunder AG werden. Wir jedenfalls sind mit besonderen Eindrücken von dieser gemeinsamen Arbeit nach Hause gefahren. Vorher haben wir aber nochmal Danke gesagt.

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